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Depression

Allgemeine Begriffsdefinition:

Aus medizinischer Sicht spricht man bei Depressionen von einer psychischen Erkrankung, die die Stimmungs- und Gefühlslage der Betroffenen negativ beeinflusst und mit Antriebs- und Interessenlosigkeit sowie Betrübtheit einhergeht. Depressionen treten relativ häufig auf, allerdings werden sie oftmals nicht erkannt oder nur unzureichend behandelt.

Depression und Ursachen:

Ein veränderter Stoffwechsel im Gehirn ist dafür verantwortlich, dass Menschen unter Depressionen leiden. Der Serotonin- sowie der Noradrenalinspiegel fällt dabei wesentlich niedriger aus, als bei gesunden Menschen. Empfindungswahrnehmungen wie Freude oder Zufriedenheit werden dadurch beeinträchtigt. Depressionen lassen sich nicht auf eine einzige Ursache festlegen, meist ist es eine Kombination mehrere inneren als auch äußeren Umständen. Beispielsweise kann eine Schilddrüsenunterfunktion, ebenso wie Medikamente, aber auch die Jahreszeit (Winterdepression) depressive Symptome auslösen. Mangelndes Tageslicht an trüben Herbst- und Wintertagen ist häufig Ursache für eine Winterdepression. Eine bedeutende Rolle wird auch den gesellschaftlichen Lebensumständen und Persönlichkeitsfaktoren zugeschrieben.

Depression und Formen:

Abhängig von Ursache, Symptomen sowie Schwergrad werden können Depressionen in verschiedene Formen wie uni- und bipolare Depressionen, saisonal bedingte Depressionen, Schwangerschaftsdepression oder Dysthymie unterteilt werden. Zudem wird, abhängig vom Verlauf und Therapieerfolg, zwischen depressiven Episoden, chronischer Depression sowie Depression mit vollständiger Genesung (Remission) differenziert.

Unter depressiver Episode versteht man eine einzelne, depressive Phase, welche einmalig oder wiederholt auftreten kann. Zwischen diesen Phasen können mehrere Jahre liegen. Von einem Rezidiv spricht man dann, wenn es im Laufe der Zeit zu einer erneuten Erkrankung kommt. Dies ist bei mehr als der Hälfte der erkrankten Personen der Fall. Halten die Symptome mehr als 2 Jahre an, so handelt es sich um eine chronische Depression. Bei einer Remission wird die psychische Gesundheit wieder vollständig hergestellt. Bei einer unvollständigen Wiederherstellung bessern sich zwar die depressiven Symptome, allerdings verschwinden sie nur zur Gänze.

Depression oder Verstimmung:

Phasen der Verstimmung, Niedergeschlagenheit, Trauer, Freudlosigkeit oder emotionalen Erschöpfung durchlebt jeder mindestens einmal in seinem Leben. Hierbei handelt es sich um ganz normale Reaktionen der Psyche auf ein bestimmtes Ereignis, wie beispielsweise private Enttäuschung, beruflicher Misserfolg oder Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres. Lässt der Schmerz bzw. die Belastung nach, verschwindet auch das Stimmungstief wieder. Diese Phasen der Stimmungstiefs werden zwar umgangssprachlich oft als deprimierend oder depressive bezeichnet, müssen jedoch von einer krankhaften Depression aus medizinischer Sicht unterschieden werden. Zwar wird der Übergang von einem Verstimmungstief zu einer depressiven Episode als fließend empfunden, allerdings kann hier der erfahrene Arzt eine klare Abgrenzung und Unterscheidung ziehen. Depressionen aus medizinischer Sicht bedürfen einer medizinischen und fachkundigen Behandlung. Sie sind ernstzunehmende Erkrankungen, die sich jedoch gut behandeln lassen.

Depression und Behandlung:

Als Grundlage die Behandlung von Depressionen braucht es eine vertrauensvolle Basis zwischen Arzt und Patient. Nur so kann ein verständnisvolles und gleichzeitig informatives Arztgespräch erfolgen. Meist ist bei Patienten, die unter Depressionen leiden, das Gleichgewicht an Signalstoffen im Gehirn gestört. Basierend auf dem Arztgespräch wird ein Therapieplan erarbeitet, dieser neben einer medikamentösen Therapie auch eine Psychotherapie enthält. Je nach Grad und Form der Depression werden Arzneimittel und Psychotherapie angewendet.

Bei leichteren Formen der Depression wird beides in etwa gleich erfolgreich eingesetzt. Hier kann es sein, dass die Psychotherapie gegenüber der medikamentösen Behandlung sogar überlegen ist. Ist die Depression mittel bis stark ausgeprägt, empfehlen die meisten Ärzte zuerst eine medikamentöse Behandlung. Mittels Akuttherapie erfolgt eine erste Behandlung der Beschwerden. Hier wird versucht, diese so gut es geht, zu behandeln. Danach erfolgt eine Erhaltungstherapie, in der versucht wird, dieser Zustand zu stabilisieren. Die Einnahme von Antidepressiva wird das Leben der betroffenen Patienten nicht von Grund auf ändern. Jedoch ist eine medikamentöse Behandlung meistens Voraussetzung dafür, dass Patienten ihre Probleme überhaupt erst in Angriff nehmen können. Lassen die Hoffnungs- und Antriebslosigkeit nach, kann an Lösungen für zuvor unüberwindbare Problemen gearbeitet werden.

Der Behandlungserfolg der jeweilig depressiven Episode ist relativ hoch. Vor allem eine Kombination aus beiden Behandlungsmethoden verringert meist die Dauer sowie den Grad der Ausprägung der depressiven Phase. Je älter der Patient jedoch ist, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass sich die depressiven Symptome nicht mehr zurückbilden lassen. In diesem Fall spricht man von einer Chronifizierung.

Todeswünsche bei schweren Formen und lang anhaltenden Depressionen sind nicht selten und häufig eine Begleiterscheinung. Bei dieser Personengruppe ist die Suizidrate wesentlich höher. Aus diesem Grund dürfen Suizidgedanken keinesfalls verharmlost werden und unbedingt beachtet werden.

Depression und Schlaf:

Die Symptome depressiver Erkrankungen sind vielfältig. Tagesrhythmus und Schlafverhalten sind zwei davon. Der genaue Zusammenhang zwischen Depression, Tages- und Schlafrhythmus wurde jedoch noch nicht eindeutig, wissenschaftlich geklärt. Allerdings wird dem Chronotyp hierbei eine besondere Bedeutung beigemessen, vor allem im Zusammenhang mit dem späten Chronotyp und depressiver Stimmungen. Eine verringerte Schlafqualität, hervorgerufen durch eine Diskrepanz zwischen der inneren Uhr und der Außenzeit, beispielsweise Schul- und Arbeitszeiten, können im Zusammenhang mit Depressionen stehen. Denn der gesunde Schlaf gilt als wichtigstes Barometer für das menschliche Wohlbefinden und dem körperlich-seelischen Gleichgewichts. Zwar reagieren nicht alle Menschen gleich sensibel auf Faktoren, die den Schlaf beeinflussen, jedoch reagiert der Körper auch hier bei Erreichen der kritischen Grenze, mit Schlafstörungen und Verstimmungen. Zu wenig Schlaf erhöht das Risiko der Depressionserkrankung. 

Auch die dunkle Jahreszeit kann zu einer gedrückten Stimmungs- sowie Gemütslagen und einer latenten Müdigkeit führen. Durch die kürzeren Tage und die früher einbrechende Dunkelheit, produziert die Zirbeldrüse verstärkt das Schlafhormon Melatonin. Dieses ist wiederum für den Schlafrhythmus verantwortlich, lähmt den Antrieb und wirkt einschläfernd. Gleichzeitig führt ein Lichtmangel zu einer verringerten Produktion von Serotonin, dem Glückshormon. Menschen fühlen sich dadurch häufig niedergeschlagen und bedrückt. Hier spricht man dann von einer Winterdepression.

Depression und Schlafstörungen:

Jeder vierte leidet heutzutage bereits an Schlafstörungen. Von einer Schlafstörung spricht man, wenn man wenn das Problem 3 Mal pro Woche über einen Zeitraum von 3 Monaten auftritt. Jedoch gilt eine Schlafstörung die länger als 6 Monate anhält, als eine chronische Schlafstörung. Man geht davon aus, dass Patienten, die an einer chronischen Schlafstörung leiden, zwei- bis viermal so häufig risikogefährdet sind, an Depressionen zu erkranken, als Menschen die einen gesunden Schlaf haben.

Aus verhaltenstherapeutischer Sicht lassen sich Depressionen bedingt durch chronischen Schlafmangel durch eine Art der Hilflosigkeit erklären. Der Patient nimmt selbst wahr, dass er schlechter schläft, versucht dies zu beheben, schafft es allerdings nicht. Dieser Zustand führt zu einem inneren, emotionalen Stress und zu einer depressiven Verstimmung bzw. krankhaften Depression. Ebenso führt eine zu hohe Ausschüttung des Stresshormons Cortisol zu körperlichen und auch psychischen Belastungen. Cortisol gilt als der „Marathonläufer“ unter den Stresshormonen und versetzt den menschlichen Körper in eine Art Dauerstresszustand. Die genetische Beeinflussung spielt hier eine wesentliche Rolle. Die entstandene Stresssituation kann sich nicht mehr auflösen.

Neben den psychischen Ursachen für Schlafstörungen können unter anderem auch der falsche Umgang mit Schlaf, unregelmäßige Schlafenszeiten, schlafbezogene Atmungsstörungen oder andere Erkrankungen Grund für die Ein- bzw. Durchschlafstörungen sein.