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Demenz

Demenz ist ein Oberbegriff für krankhafte Prozesse im Gehirn, die zum übermäßigen Verlust von Gehirnzellen führen und damit Gehirnfunktionen wie Denken, Erinnerungsvermögen, Lernfähigkeit, Sprache, zeitliche und räumliche Orientierung und Urteilsvermögen beeinträchtigen. Mit fortgeschrittenem Krankheitsverlauf wird die selbstständige Alltagsgestaltung der Patienten zunehmend schwieriger. Häufig ändern sich gleichzeitig die emotionalen und sozialen Fähigkeiten der Betroffenen und sie entwickeln neue Verhaltensweisen. Angehörige und Pflegepersonal profitieren von ausreichendem Wissen bezüglich der Krankheit. Das ermöglicht ihnen, dass nötige Verständnis und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Demenzkranken aufzubringen.

Demenzarten und deren Ursachen

1. Alzheimer

Von Demenz sind schätzungsweise 3-4 Prozent der Sechzigjährigen betroffen. Das Risiko einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an. Alzheimer ist die am häufigsten vorkommende Form der Demenz. Die Erkrankung ist gekennzeichnet, von einem kontinuierlichen Abbau von Nervenzellen im Gehirn, der letztendlich zur Schädigung der verschiedenen Hirnfunktionen führt. Begleitet wird die Hirnschädigung mit einer Störung des körpereigenen Hormonhaushaltes. Dadurch ist der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Zellen im Gehirn beeinträchtigt. Die auslösenden Ursachen für Alzheimer sind von der Wissenschaft bislang nicht endgültig geklärt. Einige, genetisch bedingte Formen von Alzheimer, können bereits ab dem 30. Lebensjahr auftreten. 

2. Vaskuläre Demenz

Die Ursachen dieser Demenzart sind Durchblutungsstörungen im Gehirn. Die negative Folge ist, das Absterben von Hirnzellen, wovon einzelne Blutgefäße, aber auch kleine Gehirnregionen betroffen sein können. Durchblutungsstörungen können durch Gefäßentzündungen, Gefäßverengungen oder Blutungen verursacht werden.

Die Auslöser von Vaskulären Demenzen sind krankheits- oder lebensstilbedingt. Diabetes (Typ II),  Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Rauchen und eine fetthaltige Ernährungsweise mit ungesunden Fetten gelten als Risikofaktoren. 

3. Sonstige Demenzformen

Neben Alzheimer und Vaskulärer Demenz gibt es noch viele weitere Formen der Demenz. Einige Beispiele sind die Frontotemporalen Demenzen, welche die Emotionen und das Sozialverhalten  verändern, die Parkinson-Demenz oder das Korsakow-Syndrom, welches bei Alkoholmissbrauch auftreten kann. 

Darüber hinaus können einige körperliche und psychische Krankheiten Symptome einer Demenz hervorrufen. In diesen Fällen kommt es jedoch glücklicherweise nicht zwangsläufig zu einer Schädigung des Gehirns. Wichtig ist, die Ursachen zu finden und schnellstmöglich zu beheben. Diese können verschiedene Stoffwechselerkrankungen, Depressionen sowie Drogen- oder Medikamentenmissbrauch sein.

Demenzarten und deren Symptome

Die auftretenden Symptome hängen ebenfalls von der Art der Demenzerkrankung ab. Patienten mit Alzheimer haben anfänglich Schwierigkeiten mit dem Kurzzeitgedächtnis. Die Betroffenen vergessen oder verlegen Dinge und die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Darüber hinaus treten oft Probleme bei der Orientierung in unbekannter Umgebung sowie Schlafstörungen auf. Die Schlafprobleme sind nicht nur für Betroffene, sondern auch für die Angehörigen strapaziös. Der Schlaf der Patienten ist häufig unruhig, zu kurz und wird mehrfach unterbrochen, wobei sie nachts teilweise verwirrt umherlaufen.

Wenn der Krankheitsverlauf weiter fortgeschritten ist, wird das Langzeitgedächtnis in Mitleidenschaft gezogen. Die Erinnerung an Vergangenes wird schwieriger und ist irgendwann nicht mehr möglich. Sogar enge Familienangehörige und Freunde werden nicht mehr erkannt. Dazu können Halluzinationen auftreten. Zum geistigen "Abbau" kommt, dass auch körperliche Aktivitäten zunehmend mühsamer werden. Die Patienten können ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen.

Die Vaskuläre Demenz verursacht ähnliche Symptome, diese setzten jedoch früher und meist stärker ausgeprägt ein. Dazu kommen Gleichgewichtsprobleme, ein zwingender Harndrang und emotionale Unausgeglichenheit wie zum Beispiel zwanghaftes Weinen und Lachen.

Kennzeichen der Frontotemporalen Demenz ist eine Veränderung der Persönlichkeit. Das Verhalten der Betroffenen ist oft taktlos, sie sind gereizt und aggressiv. Dazu können Änderungen des Essverhaltens und/oder Teilnahmslosigkeit auftreten. Im späteren Krankheitsstadium sind Gedächtnisprobleme und Sprachstörungen möglich.

Vorbeugung und Behandlung 

Der „normale“ Alterungsprozess ist von einem Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit gekennzeichnet, was eine gewisse Vergesslichkeit zur Folge hat. Erst mithilfe neuropsychologischer Tests ist eine Abgrenzung zwischen altersbedingten Gedächtnisstörungen und einer Demenz möglich.

Die Ursachen von Demenz, speziell Alzheimer, sind noch nicht endgültig erforscht. Jedoch sind einige vorbeugende Verhaltensweisen und Lebensgewohnheiten sinnvoll, die nachweislich die Widerstandsfähigkeit des Gehirns erhöhen. Hierzu zählen:

  • Regelmäßiges körperliches Training aller motorischer Fähigkeiten  
  • Förderung der geistigen Aktivitäten durch Lesen, Spiele, Gespräche, Musizieren und ähnliches. Passive Verhaltensweisen, wie Fernsehen, möglichst vermeiden  
  • Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, mit ausreichender Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren. Diese kommen in Fisch, speziell Lachs, Hering und Makrele vor.
  • Bluthochdruck vermeiden bzw. behandeln, um Durchblutungsstörungen vorzubeugen
  • Ausreichend Schlaf und ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus. Das sichert die Regeneration des Gehirns und hilft, den Hormonhaushalt auszugleichen.

Die Behandlung von Demenz-Patienten erfolgt abhängig von der Art der Erkrankung mit Medikamenten, individueller Betreuung, Therapien und speziellem Training. Dadurch kann der Krankheitsverlauf verlangsamt und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden. Die Möglichkeiten sind vielseitig. Anwendbar sind zum Beispiel Psychotherapie, Ergotherapie, Musiktherapie, Tier-Therapie, Bewegungstherapie oder Gedächtnistraining. Wichtig ist, auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen, sie liebevoll zu betreuen und zu fördern, jedoch nicht zu überfordern. Die weiteren Symptome, wie Schlafstörungen, Halluzinationen usw. sollten gezielt mit einem Arzt bekämpft werden, um den Patienten möglichst lange ein eigenständiges und erfülltes Leben zu ermöglichen.