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Ischiassydrom

Der Ischiasnerv, lateinisch Nervus ischiadicus, ist ein sehr massiver und gleichzeitig der längste Nerv im menschlichen Körper. Er bildet sich aus Nervenfasern des Rückenmarkes und entspringt etwa zwischen dem vierten Lenden- und zweiten Kreuzbeinwirbel. In Gesäßhöhe tritt der Nerv durch eine knöcherne Öffnung aus dem Becken heraus. Wichtig zu wissen ist, dass auch der Muskulus piriformis durch diesen Teil des Beckens verläuft. Von dort aus zieht sich der Ischiasnerv entlang der Oberschenkelrückseiten über die Kniekehlen bis zu den Zehen hinunter. Am Knie teilt sich der Ischias in zwei kleinere Nerven und verästelt sich anschließend immer mehr. So kann die Motorik der unteren Gliedmaßen gesteuert und die Reize der Beine über den Nerv an das Rückenmark geleitet werden. Für die menschliche Motorik hat der Nerv damit eine sehr große Bedeutung. Verletzungen und Störungen können zu weitreichenden gesundheitlichen Folgeerscheinungen und extremen Schmerzen führen (Ischiassyndrom). Männer sind, unabhängig vom Alter, häufiger vom Ischiassyndrom betroffen, als Frauen. Frauen haben oft während einer Schwangerschaft Probleme mit dem Ischiasnerv. Die schmerzauslösenden Ursachen sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden, um langfristige Folgeschäden zu vermeiden.

Ursachen und Symptome

Eine Vielzahl von Ursachen kann für ein Ischiassyndrom verantwortlich sein. Einige davon sind:

  • Verspannte Rückenmuskeln

  • Bewegungsmangel und eine untrainierte Rückenmuskulatur

  • Falsche Bewegungsabläufe

  • Blockierte Wirbelknochen

  • Gürtelrose

  • Bandscheibenprobleme und altersbedingte Arthrose

  • Kompression des Musculus piriformis

  • Ungeeignete Schlafunterlage

Die oben genannten Ursachen, können dazu führen, dass der Ischias verletzt wird. Eine geeignete Schmerztherapie ist daher ohne Ursachenforschung kaum möglich. Mit zunehmendem Alter nutzen sich die Bandscheiben ab und wölben sich bei Druckbelastungen. Auch eine Überbelastung des Bewegungsapparates, eine ungeeignete Schlafunterlage sowie eine schlecht ausgebildete Rückenmuskulatur kann zu einer Instabilität der Wirbelkörper führen. Aufgrund dessen werden die Nervenwurzeln des Ischiasnerves im Wirbelkanal eingeklemmt. Die negative Folge ist ein unangenehmer, stechender Schmerz entlang der Nervenbahn des Ischias, der oft vom Rücken in das jeweilige Bein ausstrahlt.

Schmerzauslöser kann auch der Druck des Musculus piriformis sein, der gemeinsam mit dem Ischias die Engstelle im Becken passiert. Falls muskulären Dysbalancen vorliegen, das heißt das Gleichgewicht der Muskeln gestört ist, kann es sich negativ auf den Ischiasnerv auswirken. Die Ursache für Beschwerden kann in dem Fall, die Veränderung des Muskels sein.

Rückenschmerzen, die im unteren Bereich auftreten und von da aus bis in die Zehen ausstrahlen, sind demnach typische Symptome für Problematiken des Ischiasnerves. Husten kann die Beschwerden verschlimmern. Zusätzlich können unangenehme Begleiterscheinungen, wie Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen und Koordinationsschwierigkeiten auftreten. Selbst Blasen- und Darmstörungen sind im Zusammenhang mit einem Ischiassyndrom möglich.

Vorbeugung und Behandlung

Anhand unterschiedlicher Tests und Untersuchen kann der Arzt eine Diagnose stellen. Bekannt ist in diesem Zusammenhang der Lasègue-Test. Dabei muss das gestreckte Bein langsam angehoben werden. Wenn der Ischiasnerv für die auftretenden Schmerzen verantwortlich ist, tritt beim Anheben des Beines ein sogenannter Dehnungsschmerz auf. Dieser strahlt typischerweise bis in die Füße aus.

Liegt ein Ischiassyndrom vor, werden häufig schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie Physiotherapie verordnet. Meist sind die Patienten nach einigen Wochen beschwerdefrei. In seltenen Fällen werden operative Eingriffe vorgenommen. Alternative Behandlungsmöglichkeiten wie Massagen, Akupunktur, Entspannungsmethoden usw. können ebenfalls schmerzlindernd wirken und die schmerzauslösenden Ursachen bekämpfen.

Zur langfristigen Vorbeugung eines Ischiassyndroms ist ein aktiver Lebensstil wichtig. Dem gezielten Muskel- und Beweglichkeitstraining kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Eine optimal ausgebildete Rückenmuskulatur stärkt die Wirbelsäule, was langfristig die Entstehung eines Ischiassyndroms verhindern wird. Spezielle Rückschulen sind hierfür sehr empfehlenswert.

Lagerung der Wirbelsäule im Liegen

Nachts sollte die Wirbelsäule so im Bett aufliegen, dass diese der Form des aufrechten Standes gleichkommt. Alle Knochen der Wirbelsäule sind dann lotrecht ausgerichtet umso eine Fehlbelastung der Wirbelsäule zu vermeiden. Die Versorgung der Bandscheiben optimiert sich und die Muskulatur kann sich entspannen und regenerieren. Orthopädische Schlafsysteme und ergonomische Kissen fördern die wirbelsäulengerechte Lagerung.