Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste, sowie der Analyse des Nutzerverhaltens. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Gicht

Allgemein

Im Allgemeinen wird unter Gicht eine Stoffwechselerkrankung mit einer schmerzhaften, entzündlichen Reaktion verstanden. Dabei leiden betroffene Personen unter einer Entzündung in den Gelenken bzw. in Gelenksnähe, hervorgerufen durch eine verstärkte Ablagerung der Harnsäurekristalle. Der Harnsäurespielgel ist bei den betroffenen Personen zu hoch (Hyperurikämie). Generell kann man zwischen einer primären und sekundären Gichterkrankung differenzieren:

  • Primäre Gicht: diese basiert auf einer angeborenen Stoffwechselerkrankung, wobei hier entweder eine erhöhte Harnsäureproduktion vorliegt (10 %) oder die Harnsäure nur in verminderte Menge ausgeschieden werden kann (90 %).
  • Sekundäre Gicht: auch hier liegt ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion und der Ausscheidung der Harnsäure vor. Ursachen hierfür können entweder eine Folgeerscheinung einer Krankheit, beispielsweise eine bösartige Bluterkrankung, Tumore oder eine Nierenerkrankung sein, oder eine grobe Fehlernährung, beispielsweise hoher Alkoholkonsum.

Die abgelagerten Harnsäurekristalle, die sich in Knötchenform rund um die Gelenke ansammeln, werden auch als Tophi bezeichnet. Von einer chronisch-tophösen Gichterkrankung spricht man dann, wenn Kristalle nachweisbar sind. Ist der Harnsäurespiegel im Blut erhöht, so kann dies eine Gefäßschädigung sowie Bluthochdruck zur Folge haben. Betroffene Personen leiden oftmals auch unter Durchblutungsstörungen, vor allem in den Gliedmaßen, aber auch am Herzen.

Akute vs. chronische Gicht

Ebenso kann zwischen einer akuten und chronischen Gichterkrankung unterschieden werden. Eine akute Gichterkrankung liegt dann vor, wenn diese akut, aus völliger Gesundheit auftritt. Dies erfolgt meistens während der Nacht und hat eine Schwellung, Überwärmung, Rötung oder Berührungsschmerz der betroffenen Gelenkspartie zur Folge. Oftmals ist hier das Gelenk der Großzehen betroffen (Podagra). Neben der Gelenksentzündung kann es auch zu einer Schleimbeutelentzündung kommen. Auslöser für eine akute Gicht ist eine Entzündung in Folge einer Harnsäurekristallablagerung. Meist geht dies einher mit einem erhöhten Harnsäureblutwert. Fieber und allgemeines Unwohlbefinden sind keine Seltenheit. Personen die unter einer chronischen Gicht erkrankt sind, leiden unter einem erhöhten Harnsäurespiegel, der nicht genügend gesenkt wird. Auslöser kann hier eine Fehlernährung sein. Die Harnsäurekristalle können sich bei einer chronischen Gichterkrankung sowohl in den Gelenken, als auch in Gelenksnähe, Haut und Organen, beispielsweise Herzmuskel oder Augen, ablagern. Kommt es zu einer vermehrten Ablagerung in der Niere, so kann dies eine Steinbildung und Nierenschädigung zur Folge haben.

Betroffene Personen, die an Gicht erkranken

Wird ein bestimmter Grenzwert der Harnsäurekonzentration übertreten, so bilden sich Harnsäurekristalle, welche sich bei den betroffenen Personen in den Gelenken bzw. Organen ablagern können. Eine akute oder chronisch-tophöse Gichterkrankung ist die resultierende Folge daraus. Eine üppige und ungesunde Lebensweise unterstützt die Wahrscheinlichkeit einer Gichterkrankung. Neben einer falschen Lebensweise kann eine angeborene Stoffwechselerkrankung oder auch eine andere Erkrankungen die Ursache für Gicht sein. Purinreiche Nahrung unterstützt dabei die Harnsäurekristallbildung. Zu den purinhaltigen Lebensmittel zählen vor allem Innereien und Fleisch. Aber auch übermäßiger Alkoholkonsum kann ein Anstieg des Purin Wertes zur Folge haben. Auch Fastenkuren können unter Umständen zu einem erhöhten Purin Wert führen, da durch das abgebaute, körpereigene Eiweißstoffe Purin ausgelöst wird.

Diagnose und Gicht

Ein akuter Gichtanfall kann anhand der Symptome ohne große Schwierigkeiten, unter Ausschluss anderer Gelenkentzündungen, beispielsweise Rotlauf oder septische Arthritis, diagnostiziert werden. Mittels Laboranalyse lassen sich die veränderten Blutwerte gut erkennen und nötige Maßnahmen können ergriffen werden. Bei einer chronischen Gicht sind, im Vergleich zur akuten Gicht, die Harnsäurewerte meist durchgehend erhöht. Ein ähnliches Symptom- und Erscheinungsbild lösen Kristallarthropathien (Ablagerungen von Pyrophsphat-Kalzium-Kristallen im Gelenk) aus.

Bei einem Gelenkserguss wird die vermehrte Flüssigkeit abpunktiert und zur Analyse eingesendet. Werden Harnsäurekristalle im Punktat festgestellt, so handelt sich meist um eine Gichterkrankung. Eine Röntgenaufnahme bei einem erstmaligen Gicht Anfall ist wenig hilfreich. Wiederholen sich die Gicht Schübe jedoch, wird der Knochendefekt auch auf dem Röntgenbild sichtbar.

Behandlung von Gicht

Das Ziel jeder Gicht Behandlung sollte die Senkung des Harnsäurespiegels zur Folge haben bzw. diesen zu stabilisieren. Meist geht dies einher mit einer Ernährungsumstellung. Akuterscheinungen, aber auch Beschwerden bei chronischer Gicht werden mit entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten behandelt. Auch eine Kältetherapie kann hier wirksame Erfolge bringen.

Personen die an einer Hyperurikämie leiden sollten Lebensmittel wie Innereien, Hülsenfrüchte, fettreiche Fleische und Fische, Fertigsuppen aber auch alkoholische Getränke meiden. Personen die übergewichtig sind, sollten eine langsame Gewichtsreduktion anstreben. Ebenso sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, mindestens 1,5 Liter pro Tag. Sinkt der Harnsäurewert trotz Ernährungsumstellung nicht auf unter 6,0 mg/dl, so werden Harnsäuresenkende Medikamente eingesetzt. Auch eine vermehrte Ausscheidung von Harnsäure führt zu einer Senkung des Harnsäurespiegels im Blut. Eine Ernährungsumstellung und gesunde Lebensweise sind trotz Medikamente nicht umgänglich und sollten von den betroffenen Personen konsequent umgesetzt werden.

Alltag und Gicht

Betroffene Personen leiden oftmals unter starken Schmerzen, die Alltagsaktivitäten unmöglich erscheinen lassen und zu einer Herausforderung werden, beispielsweise Schuhe anziehen. Gicht Patienten können mit der Zeit gut einschätzen, wann der nächste Gicht Schub kommt und mögliche Maßnahmen zur Schmerzlinderung und auch zur Alltagsbewältigung ergreifen. Oftmals ist es ihnen auch nicht möglich zur Arbeit zu gehen oder die Hausarbeit zu erledigen. Selbst sanfte Berührungen können bereits starke Schmerzen auslösen. Für außenstehende Personen ist ein Gicht Schub und seine schmerzhaften Auswirkungen nur schwer nachvollziehbar. Es empfiehlt sich hier sein Umfeld zu informieren und so für mehr Bewusstsein zu sorgen. Mögliche Vorurteile können abgebaut werden, galt Gicht früher nämlich als Wohlstandskrankheit. Gicht kann auch zu einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Vor allem Frauen sind häufiger davon betroffen, da sie sich selbst als unattraktiver wahrnehmen.

Schlaf und Gicht

Neben der körperlichen Einschränkung leiden Gicht Patienten auch oft unter einer Schlafstörung. Der erholsame Schlaf kommt abhanden, die körperliche Regeneration wird gehemmt. Ein unzureichendes Bett- und Schlafsystem führt darüber hinaus zu einem verminderten Schlaf der betroffenen Personen. Umso wichtiger ist es daher, dass verstärkt auf ein gesundes Schlafumfeld, eine orthopädisch korrekte Lagerung des Körpers, sowie natürliche Bettwaren geachtet wird. Spezielle orthopädische Kissen unterstützen dabei die sanfte Lagerung der empfindlichen Halswirbelsäule und sorgen dafür, dass sich die Muskulatur entsprechend entspannen kann. Unnötige zusätzliche Schmerzen durch eine verkrampfte Körperlagerung während der Nacht kann so effektiv vorgebeugt werden.